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Fragestellungen
1. Adelige als Forscher – Forscher als Adelige
Zahlreiche Adelige engagierten sich aktiv in der Forschung und leisteten bedeutende Beiträge zur Entwicklung der verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Gleichzeitig wurden viele Forscher aufgrund ihrer herausragenden Leistungen in verschiedenen Ländern in den Adelsstand erhoben. Zwischen Aristokratie und Wissenschaft wirft interessante Fragen auf: Wie lässt sich dieses Phänomen anhand konkreter Beispiele untersuchen? Welche relevanten prosopographischen Analysen existieren zu diesem Thema? Welche spezifischen Merkmale und Besonderheiten sind in diesem Kontext hervorzuheben?
2. Förderung, Mäzenatentum, Schirmherrschaft
Viele Adelsfamilien traten als bedeutende Förderer der Wissenschaft und Forschung in Erscheinung. Ihre Rolle war häufig nicht nur symbolisch, sondern auch von praktischer Bedeutung. Welche bemerkenswerten Beispiele lassen sich in diesem Zusammenhang anführen? Welches Ausmaß und welche Relevanz hatten sie in der jeweiligen Wissenschaftspolitik? Darüber hinaus stellt sich die Frage, welche Traditionslinien bis in die Gegenwart erkennbar sind.
3. Sammlungen und Institutionen
Durch die Förderung des Adels konnten bedeutende Sammlungen, insbesondere an königlichen Höfen, sowie Institutionen, die inzwischen Tradition haben, gegründet werden. Wie ist dieser Zusammenhang historisch zu bewerten? Welche Rolle spielten diese Sammlungen beispielsweise für die spätere museale Praxis? In welcher Weise wurden sie wissenschaftlich aufgearbeitet und bearbeitet?
4. Reisen und Entdeckungen
Dank ihrer finanziellen Ressourcen nahmen Adelige im 19. Jahrhundert an den Welt- und Entdeckungsreisen teil, was der Wissenschaft in vielerlei Hinsicht zugutekam. Dabei sind jedoch bei der Überführung von Objekten auch grundlegende ethische Fragen aufgeworfen worden. Wie lässt sich derBeitrag des Adels zur Wissenschaftsgeschichte in diesem Kontext analysieren?
5. Ökonomisierung der Erkenntnisse
Der Großgrundbesitz stellte einen spezifischen Rahmen für das Testen, Entwickeln und Implementieren neuer Arbeitsmethoden dar. Besonders in der Landwirtschaft und im Forstwesen wurden rationalisierte Methoden erprobt und angewandt. Welche Traditionslinien lassen sich hier in einer historischen Perspektive erkennen? Wie gestaltete sich der Austausch von Informationen und Erfahrungen, und welche Relevanz haben diese Aspekte in der heutigen Zeit?
6. Tradition und Weltanschauung
Durch ihre überwiegend konservative Position in der Politik und ihre öffentliche Amtsausübung konnten Adelige maßgeblich die weltanschaulichen Debatten und Positionierungen ihrer Zeit beeinflussen. Welchen Einfluss hatten diese Einstellungen auf die Einführung und Durchsetzung neuer Denkrichtungen, wie der Evolutionstheorie?
Natürlich ist die Tagung wie immer auch offen für freie, interdisziplinäre und diverse Vortragsthemen. Sobald dem Vorstand weiter Informationen zum Tagungsablauf vorliegen (Ablauf etc.), werden wir die Gesellschaft darüber gesondert informieren.
Bewerbung
Es besteht die Möglichkeit, Panels anzubieten. Besonders erwünscht sind Beiträge, die mehrere Aspekte des Themas zusammenführen. Die Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Für die Tagung sind für die einzelnen Vorträge derzeit Zeitfenster im Umfang von 15–20 Minuten mit anschließender Diskussion (5–10 Minuten) vorgesehen.
Die Beiträge der Jahrestagung können nach Begutachtung in der Schriftenreihe Verhandlungen zur Geschichte und Theorie der Biologie veröffentlicht werden.
Themenvorschläge im Umfang von ca. 2 000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) werden bis zum 30. März 2025 über unser Bewerbungsformular erbeten.